​grim104

​grim104 – Das Versprechen

Nach der Trennung musst’ ich raus, ich wollt’ zurück an den Leo
Ich wollt’ den Blick auf die Mülltonnen im Hinterhaus
Alte Gegend, neues Leben, es wird Frühling
Und die Elstern rufen mich raus

Nächte beginnen und enden im Taxi
Der Rest ist immer seltsam verschwommen
Ich komme besoffen nach Haus, krach’ in Klamotten ins Bett
Geräusche scheinen aus den Wänden zu kommen

Erst ist es Sex, dann ist es Streit, dann schlaf’ ich ein, dann wach’ ich auf
Mein Magen flau, huh, war wohl ein Traum
Treffe beide auf der Treppe, sage “Hi”, er stiert mich an
Sie schaut zu Boden und ihr Auge ist blau

Dis is’ auch Berlin – ich bin kein Bulle
Und vielleicht macht sie auch Sport, und was geht mich das an?
Sehe sie jetzt öfter zwischen “Lei’s” und “Taverna Hellas”
Und bin beruhigt, denn er hält ihre Hand

Aber nachts hör’ ich das Rumpeln, denn ihr Zimmer liegt auf meinem
Ich hör’ sie flüstern, schreien, wimmern und weinen
Ich ruf’ die Polizei, die kommt nach einer halben Stunde vorbei
Dann wird’s kurz leise, dann geht’s weiter bis drei

Hole tief Luft, wenn ich sie seh’, ich fühl mich feige und klein
Sie duckt sich weg und ich laufe vorbei
An den Briefkästen erwisch’ ich sie, endlich allein
“Wenn du ihn umbringst, versprech’ ich dir, erzähl’ ich es kei’m!”

(“Remember the promise you made?”
“Wenn du ihn umbringst, versprech’ ich dir, erzähl’ ich es kei’m!”)

“Dieser Raum ist viel zu heiß, ich brauch’ ein Glas mit Wasser, bitte
Vielleicht fällt’s mir dann wieder ein …
Vielen Dank, das tut gut. Was war die Frage nochmal? Ach
Tut mir leid, leider gar nicht, leider nein

Ich hab’ nichts gehört von Streits und Schlägen, nichts von Glas, das splittert
Dazu kann ich nichts sagen
Nichts von einem schrillen Schrei mitten in der Nacht
Meine Träume sind oft tief, und ich hab’ wohl geschlafen

Die Wände sind hier dick. Das sind meine Nachbarn, keine Freunde
Wenn ich wen zum Reden will, geh’ ich zum Therapeuten
Das ist auch Berlin: Guck’ geradeaus, bleib’ niemals stehen
Kümmer’ dich immer um dich, dann gibt’s keine Probleme

Menschen, denen ich jeden Tag begegne über Jahre
Verschwinden plötzlich für immer

Und wenn es keine Fragen gibt – ich muss los, hab’ die letzten
Umzugssachen im Zimmer

Wenn ich noch was hör’, Schimanski, sag’ ich Bescheid
Mit mir, wissen Sie, könn’ Sie rechnen
Denn wenn es etwas gibt, was ich immer halte
Dann sind es meine Versprechen …”

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